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300 Jahre Dreifaltigkeitskirche Kappl

Mit einem vielfältigen Programm feiert die berühmte Dreifaltigkeitskirche Kappl ihr 300-jähriges Weihejubiläum im Jahr 2011.

Erbaut vom genialen Baumeister Georg Dientzenhofer in der Zeit von 1685 bis 1689 ist die Kirche in Kappl bis heute das wohl originellste Werk Dientzenhofers, der 1689 in Waldsassen erst 46-jährig verstarb. Die Legende erzählt, dass der Baumeister am Ufer der Wondreb einen alten Weidenbaum entdeckte, aus dem drei Stämme wuchsen. Danach entwarf Dientzenhofer seinen Bauplan und setzte die Dreifaltigkeit architektonisch genial um: Drei Kreise, die sich überschneiden, bilden den Grundriss. Der Zimmermeister Johann Schenkl aus Waldershof schuf den kunstvollen Dachstuhl der Kirche, Anton Smichäus übernahm die großartigen Deckengemälde, die aber nach dem großen Brand 1880 ersetzt werden mussten. Die jetzigen 3 Deckengemälde entstanden 1934 - 1940 und stammen vom Maler Professor Oskar Martin aus Amorbach. Entsprechend den Vorstellungen der geistlichen Bauherren verleiht die Ausgestaltung dem Geheimnis des dreifaltigen Gottes sichtbar und symbolhaft Ausdruck, in jeder erdenklichen Form. So zählt die Kirche in Kappl mit dem kleeblattförmigen Grundriss 9 Türme und 9 Altäre, alle Rotunden, Türme und Laternen haben 3 gleichgroße Fenster.

Abt Albert Hausner ließ um 1698 auf dem waldbesäumten Weg von Waldsassen zur Kappl 15 barocke Stationssäulen mit den Bildmotiven des Rosenkranzes errichten, die auch heute noch bestehen. Am 12. August 1711 nahm der Weihbischof von Regensburg, Albert Ernst Graf von Wartenberg, die kirchliche Weihe der Kappl vor.

Durch seine einzigartige Form beeindruckt die barocke Kirche in Kappl immer wieder die zahlreichen Besucher. Eingebettet in eine malerische Landschaft mit weitem Blick in das Fichtelgebirge, den Oberpfälzer Wald und in das Egerland ist die Kappl auf dem Glasberg ein beliebtes Fotomotiv und auf vielen Kalenderblättern zu finden.

Neben zahlreichen anderen Wallfahrtsorten unserer Oberpfälzer Heimat stellt die Kappl mit ihren Vorläuferbauten eine uralte Wallfahrtsstätte dar. Der Ursprung reicht zurück bis in die ersten Jahrzehnte nach der Entstehung des Klosters Waldsassen um 1133. Damals sollen Laienbrüder des Klosters ihre Schaf- und Viehherden auf dem Glasberg geweidet haben. Zur Andacht sei an einem großen Baum ein Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit angebracht worden, das man bald als wundertätig verehrte. Danach entstanden mehrere Kapellen, bevor der jetzige Bau entstand.

Ab Lichtmess wird ein ganzes Festjahr mit feierlichen Gottesdiensten, Konzerten, Wallfahrten, Orgelandachten, einem Kapplweihefest mit historischem Kapplbaumarkt, Theater + Licht, Stiftländer Marienlob und Adventsingen und vielem mehr eingeläutet. Im Stiftlandmuseum Waldsassen wird unter dem Titel 300 Jahre Kapplkirche "Ein Haus voll Glorie schauet..." eine Ausstellung zu Kunst und Geschichte rund um die Kapplkirche und Dreifaltigkeit präsentiert. Zusätzlich sind Bilder der Kirche in Kappl von Künstlern in verschiedenen Techniken zu bewundern. In der Kapplkirche sind Infotafeln zur Geschichte der Kappl und über die Familie Dientzenhofer zu sehen. Im Kloster-Kreuzgang werden Arbeiten des Kappl-Malers Oskar Martin aus Amorbach ausgestellt. Von Ostern bis 15. August liegt für Kinder von 6 bis 15 Jahren ein Kappl-Quiz in der Kirche auf. Zusätzlich sind ein Malwettbewerb für Schüler und ein Fotowettbewerb zum Motiv Kappl geplant.

Veranstaltungsprogramm zum 300-jährigen Weihejubiläum der Dreifaltigkeitskirche Kappl (PDF-Datei)